Aus der Praxis: Vision Toolunterstützung im Anlaufmanagement

Automation Software Technology Process System Business concept

© Sikov / Fotolia

Das Ziel eines weltweit tätigen Herstellers von Nutzfahrzeugen ist es, die Anlaufkoordination zu optimieren. Dies umfasst vordergründig die Projekte, die über Bereichsgrenzen hinausreichen, bei denen aber die bereichseigenen Arbeitstechniken im Projekt nicht zusammenpassen. Die daraus resultierenden Kontroversen will das Unternehmen möglichst schnell abstellen.

Die Lösung für das Problem ist die Einführung eines Tools für die Anlaufkoordination, welches unter anderem das Bauteiltracking unterstützt. Mit der Wahl dieses Lösungsansatzes wurde eine Basis für ein strukturiertes Anlaufmanagement geschaffen.

Der Fahrzeughersteller steht vor großen Herausforderungen: Immer kürzere Produktlebenszyklen führen zu einem Anstieg der Frequenz, mit der neue Produkte auf den Markt gebracht werden. Dies wirkt sich wiederum direkt auf das Anlaufmanagement aus.

Herausforderung Bauteilversorgung und -steuerung

Nachdem die Tiba Managementberatung mit dem Aufbau und Betrieb eines Programmbüros für den Fachbereich Gesamtfahrzeugentwicklung des Nutzfahrzeugherstellers beauftragt wurde, stellt sich für das Projektteam schnell heraus, dass die größte Herausforderung des Programmbüros in der Fahrzeugkoordination und Bauteilversorgung für den Prototypen- und Vorserien-Fahrzeugbau liegt. Demnach wird hierzu eine Methode zur Identifikation und Erfassung von Bauteilen für die Prototypen- und Vorserien-Fahrzeuge sowie zur Nachverfolgung der Bauteilbeschaffung implementiert.
Sowohl die Erfassung als auch die Nachverfolgung der Bauteile werden bis dato im Programm mit Hilfe einer Excel-Datei gehandhabt. Dementsprechend gab es keine optimale Unterstützung der Bauteilversorgung für die Fahrzeuge. Dies soll durch ein einheitliches Tool für die Unterstützung des Anlaufmanagements geändert werden. Dazu wird die Tiba Technologieberatung mit ihrer Expertise im toolgestützten Projekt- und Prozessmanagement sowie deren Umsetzung in leistungsfähige Softwarelösungen in den Projektauftrag involviert.

Überblick und Aufbau der Tool-Architektur (Ist-Zustand)

Um ein besseres Verständnis über den allgemeinen Aufbau der IT-Struktur des Nutzfahrzeugherstellers zu erhalten, bietet die nachfolgende Grafik einen groben Überblick.

Abb.1_Darstellung der Tool-Architektur_Ist-Zustand

Bild 1: Darstellung der Tool-Architektur (Ist-Zustand)

Alle im Unternehmen verwendeten Daten sind in einem großen Data Warehouse gespeichert. Von dort aus erhalten die einzelnen Fachbereiche über verschiedene Office Applikationen die gewünschten und für Ihre Tätigkeiten notwendigen Informationen. Herausfordernd dabei ist, dass es keine direkte Kommunikationsebene zwischen den einzelnen Applikationen gibt und sich somit jeder Fachbereich selbst mit einfachen und smarten Lösungen arrangiert hat. Unterstützend zur Informationsbeschaffung werden modulare Datenbanken genutzt.

Um das Ziel einer einheitlichen und bereichsübergreifenden Lösung zu erreichen, ist eine umfassende Softwareauswahl notwendig.
Hierfür bietet die Tiba Technologieberatung ein Standardvorgehensmodell an (siehe Grafik).

Abb.2_Darstellung des Standardvorgehensmodells

Bild 2: Darstellung des Standardvorgehensmodells

Zu dem Standardvorgehen gehört u.a., dass die Tiba Technologieberatung die Anforderungen der Fachbereiche aufnimmt. An Hand dessen wird in einem nächsten Schritt geprüft, ob ein im Unternehmen bereits vorhandenes Tool zur Fahrzeug- und Bauteilkoordination für eine bereichsübergreifende Lösung im umfangreichen Programm besonders geeignet ist und welche Funktionalitäten ein erstes Modul hierfür erfüllen soll. Hier kristallisiert sich ein Werkzeug heraus, so dass eine weitere Softwareauswahl zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig ist.

Eignungsprüfung des Tools auf Basis von Workshops und Interviews

Parallel werden umfangreiche Workshops und Interviews bezüglich der im Einsatz befindlichen Tools durchgeführt. Erste Erkenntnisse ergaben, dass die bereits implementierten Tools zwar unterschiedliche Stärken aufweisen, jedoch vom Aufbau und der IT-Struktur grundsätzlich für das Anlaufmanagement im Programm geeignet sind und somit durch entsprechende Anpassungen genutzt werden können.
Auf Basis der als positiv identifizierten Eigenschaften beider favorisierter Tools konzipiert und entwickelt die Tiba Technologieberatung ein entsprechendes Tool. Die Benutzeroberfläche wird dabei analog zur bereits bestehenden Datenbank gestaltet. Die Implementierung des konfigurierten Tools für das Programm des Nutzfahrzeugherstellers erfolgt schrittweise gemäß den definierten Priorisierungen. Somit ist das neue Tool bereits nach zwei Monaten für erste Anwendergruppen einsatzbereit. Allerdings entspricht die Architektur entspricht aktuell noch nicht der langfristigen Zielarchitektur (siehe Bild 3).

Abb.3_Darstellung der derzeitigen Access-Applikation

Bild 3: Darstellung der derzeitigen Access-Applikation

Darstellung einer möglichen Zielarchitektur (Soll-Zustand)

Das Ziel ist eine Applikation für die Nutzung aller Fachabteilungen. Damit ist das Tool als zentrale Anwendung vorgesehen, in der andere bereits bestehende Anwendungen bis zu einem gewissen Grad aufgehen. So sollen die Anzahl und insbesondere die parallele Nutzung verschiedener Tools reduziert werden. Um die Anwendung noch zukunftsfähiger und für noch mehr Anwender nutzbar zu machen, besteht die Vision darin, die aktuelle Architektur (siehe Bild 3) durch eine Web-Architektur (siehe Bild 4) zu ersetzen.

Abb.4_Darstellung einer Web-Applikation (Soll-Zustand)

Bild 4: Darstellung einer Web-Applikation (Soll-Zustand)

Status Bauteile dank Tracking im Blick

Durch das neu entwickelte Bauteil-Tracking-Tool wurde der Wunsch des Kunden einer effizienteren Lösung zur Erfassung und Nachverfolgung fahrzeugspezifischer Bauteilbedarfe sowie der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit erfüllt.

Fazit – Vision wird Realität

Das Ziel, die Probleme bei bereichsübergreifender Zusammenarbeit im Bereich der Anlaufkoordination zu beheben, ist durch die Entwicklung eines anwenderfreundlichen Tools, mit dem alle Bereiche arbeiten können, gelungen.

In enger Zusammenarbeit zwischen der Tiba Technologieberatung und der Tiba Managementberatung konnte im ersten Schritt erfolgreich eine Access-Applikation implementiert werden. Die neugeschaffene Lösung deckt die Anforderungen der verschiedenen Fachbereiche ab. Diese investitionsgünstige Lösung bietet zudem den Vorteil einer schnellen und einfachen Einarbeitung neuer Kollegen in ihren Aufgabenbereich. Die nächste Herausforderung für den Kunden ist, die aktuelle Lösung durch eine – bestenfalls unternehmensweite – Web-Applikation zu erweitern.

Über die Autoren

Röbisch_SteffenSteffen Röbisch ist seit 2000 bei der Tiba Technologieberatung für die Konzeption, Entwicklung und Implementierung unternehmensspezifischer Planungs- und Steuerungssoftware verantwortlich. In dieser Zeit hat er umfangreiche Erfahrungen in den Branchen Automotive, Banken, Energieversorgung und Versicherung gesammelt.

Der Autor freut sich über Ihre direkte Kontaktaufnahme über: roebisch@tiba-tech.de

Freudenberger_FranziskaFranziska Freudenberger ist seit 2016 als Beraterin für die Tiba Managementberatung tätig. Zuvor war sie acht Jahre bei einem mittelständischen Maschinen- und Anlagenbauer u.a. im Bereich Projektcontrolling beschäftigt. In ihrem ersten Einsatz für die Tiba arbeitete sie bei der Einführung und dem Betrieb eines Programmbüros in der Entwicklungsabteilung eines
Automotive-Herstellers mit.

Die Autorin freut sich über Ihre direkte Kontaktaufnahme über:
franziska.freudenberger@tiba.de

Mehr Informationen: http://www.tiba-tech.de

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